Curioses, Wissenswertes und Zitate zum Internationalen Tag der Frauen

Curioses, Wissenswertes und Zitate am 8.03.2017 zum Internationalen Tag der Frauen

  • „Die indische Ministerin für Frauenangelegenheiten, Manekha Gandhi, schlägt eine nächtliche Ausgangssperre für Frauen vor, da diese Studentinnen vor ihren eigenen „hormonellen Ausbrüchen“ schützen würde. Ein männlicher Kritiker schrieb bei Twitter, dass es sicherer sei. Hormongesteuerte Männer wegzusperren, anstatt Frauen zu verbieten, ein erfülltes Leben zu führen. Der indische Innenminister Parameshwara bedauerte sexuelle Angriffe auf Frauen an Silvester, macht sie aber selbst dafür verantwortlich, da sie sich wie westliche Leute gäben, westliches Gedankengut übernähmen und sich auch so kleideten.“ (Quelle: ntv)

Dann müsste Frau Gandhi aber abends auch zuhause bleiben!

 

  • „Im EU-Parlament debattieren Abgeordnete über die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen. Der 74-jährige polnische EU-Abgeordnete Janusz Korwin-Mikke hat eine Erklärung für die Lohnlücke und meint, es sei eine klare, naturgegebene Sache. Er äußerte sich dazu während der Redezeit einer spanischen Sozialdemokratin wie folgt: „Natürlich müssen Frauen weniger verdienen als Männer, denn Frauen sind schwächer, sie sind kleiner und sie sind weniger intelligent.“ Gegen diesen Abgeordneten wurden bereits Untersuchungen eingeleitet, wegen sexistischen Bemerkungen.“ (Quelle: ntv)

 

  • „Die Differenz in den Löhnen zwischen Männern und Frauen ist in Deutschland so groß, wie in kaum einem anderen europäischen Land. Durchschnittlich verdienen hierzulande Frauen 21,6% weniger als Männer (Anfrage der Linken-Fraktion bei der Regierung). Nur in Estland (28,3%) und in Österreich (22,9%) ist der Unterschied noch größer. Ursachen sieht die Regierung in Beschäftigungsverhältnissen von Branchen, die unterdurchschnittlich bezahlen, wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Erziehungs- und Sozialwesen. Hinzu kommen Teilzeitbeschäftigungen, befristete Arbeitsverhältnisse, Leiharbeitsverträge, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und weniger Aufstiegsmöglichkeiten. In Slowenien verdienten Frauen in 2014 nur 2,9% weniger wie Männer, auf Malta 4,9% und in Italien 6,5%.“ (Quelle: ntv)

 

  • „Der russische Weltfrauentag hat nichts mit dem Kampf der Feministen zu tun. In Russland werden die Frauen am 8. März von Männern und Kindern verwöhnt. Der Frauentag ist eine Kombination aus Valentins- und Muttertag: Ein traumhafter Tag der Weiblichkeit, Liebe, Blumen und Aufmerksamkeit. Als Nationalfeiertag ist der Weltfrauentag in Russland arbeitsfrei. Der Frauentag am 8. März ist in Russland für über 90% der Frauen und über 80% der Männer ein wichtiger persönlicher Feiertag. Die meisten Russen feiern den 8. März Zuhause an einem reich gedeckten Tisch. Andere sind bei Freunden eingeladen. Nur wenige gehen ins Restaurant.“ (Quelle: RusslandJournal.de)

 

  • „Astrid Platzmann, Grüne Co-Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion, 3. Bürgermeisterin der Stadt Bochum, Frauenärztin

Welche Themen stehen dieses Jahr ganz vorn?

Nach wie vor das pay-gap, es gibt immer noch keine gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit.

Arbeitswelt 4.0 – hier gibt es Chancen aber auch deutliche Fallen:
Es muss kritisch diskutiert werden, was Telearbeitsplätze für Frauen wirklich bedeuten. Es darf durch mobile Arbeitsplätze nicht zu einer noch stärkeren Arbeitsverdichtung kommen (Wenn schon zu Hause arbeiten, kann man gleich noch die Kinder wegbringen, flugs was kochen, die Kinder abholen und auch betreuen, daneben steht der PC an dem die eigentliche Erwerbsarbeit wartet…..). Ebenso können auf diese Weise Vereinsamungstendenzen zunehmen.

Care – gap: Frauen leisten über 50 % mehr an Betreuungsarbeit als Männer.

Frauen in Führungspositionen, in Entscheidungspositionen, in der Politik usw. hier gibt es noch viel zu tun…Unsichere Arbeitsplätze, dies gilt für Niedriglohngruppen genauso wie für Frauen, die wissenschaftlich an den Universitäten arbeiten. Mit Kurzverträgen besteht keine Aussicht auf Lebensplanung oder konkrete Entscheidungsperspektiven.

Was bedeutet der Internationale Frauentag für dich?

In erster Linie internationale Solidarität. Die Situation in verschiedenen mittlerweile rechtsregierte europäischen Staaten (z.B. Polen, Ungarn) ist genauso frauenfeindlich wie die Situation in den USA, wo es zu massiven Rückschritten kommt. Globale Solidarität mit Frauen in Staaten, die Frauen unterdrücken, muss formuliert und öffentlich gezeigt werden. Öffentlichkeitsarbeit, zeigen, dass es Frauen gibt, die sich engagieren und an einer Verbesserung der Situation arbeiten.

Der Internationale Frauentag erinnert insbesondere an die Errungenschaften von Frauen. Wie könnte der Gedanken des Weltfrauentags im Sinne feministischer Kämpfe weitergedacht/weiterentwickelt werden/inklusiver gestaltet werden?

Die „womens‘ marches in den USA haben gezeigt, dass es viele Frauen gibt, die bereit sind sich zu engagieren. Ich halte es für wichtig die feministischen Ideen in Richtung Solidarität, weiter zu entwickeln. Keine Sektiererei zu betreiben, sondern klar zu machen, dass Feminismus alle Frauen angeht, dass Feminismus eine grundsolidarische Haltung ist und dass der Weltfrauentag nur ein Zeichen sein kann, die gesamte Arbeit aber an allen anderen 364 Tagen des Jahres weitergehen muss.“ (Quelle: feminismus-im-pott.de)

Das Beitragsbild ist von: https://instagram.com/giusilo und in der Berliner Zeitung erschienen

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